Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Borreliose beim Hund
Ich würde gerne erfahren wie Borreliose schulmedizinisch beim Hund fesgestellt werden kann?
Wie ein solcher Behandlungsablauf aussieht, ob die Antibiotika wirksam sind und was eine solche Behandlung bei einem Hund mit Borrelien in der Muskulatur wodurch er Lähmungserscheinungen, steife Glieder und manchmal kaum aufstehen kann, auslöst? Auch würde mich interessieren mit was für Kosten eine solche Behandlung verbunden ist? Vielen Dank
Dr. Chantal Ritter
05.02.2012, 21:25
Borreliosen sind Spirochäten, die über Zeckenspeichel übertragen werden. Trinkt eine Zecke mit Borelien verseuchtes Blut, so gibt sie es bei weiteren Trinkgelagen weiter. Allerdings muss sie mehrere Stunden am Hund festgesaugt sein, um ihren Speichel mit den Borrelien weiterzugeben.
Die Borrelien haften gerne an Geweben mit kollagenen Fasern, also Gelenke, Herz, Perikard und Gehirn mit Gehirnhäuten.
Hunde entwickeln selten einen wie beim Menschen typischen roten Ring um den Zeckenbiss. Es erkranken ohnehin nur ca 5% der infizierten Hunde. Hunde haben also eine viel geringere anfälligkeit als der Mensch.
Nach dem Zeckenbiss reagieren Hunde, welche erkranken mit Fieber und Apetitlosigkeit für ein bis zwei Tage. Danach folgt eine wochen bis monatelange Ruhephase. Dann reagieren die Hunde mit wechselnder Lahmheit. Sie hinken also mal vorne rechts, dann hinten links, et.c.
Die betroffenen Gelenke können geschwollen sein. Als Spätfolge kann die Niere Probleme machen. Dies findet man vor allem bei Berner Sennenhunde und Golden Retriever (Glomerulonephritis).
Antikörper sind im Blut frühestens nach vier bis sechs Wochen nachweisbar, wobei Impfantikörper nicht von Krankheitsantikörpern unterscheidbar sind. Da wie bereits erwähnt nur 5% der Hunde erkranken, haben viele auch gesunde Hunde einen Titer!
Die Kranheit zeigt sich also nicht so wie beim Menschen (was Alternativmediziner oft nicht wissen).
Eine Nachweismöglichkeit wäre also der Bluttest (unsicher da nicht alle positiven Krank sind) oder das Anzüchten aus Gelenkspunktaten (dauert ca 6 Wochen, ist schwierig). Therapiert wird mit speziellen Antibiotikas.
Weitere Informationen finden Sie unter www.laboklin.de.
Steifes Anlaufen bei Hunden könnte eher Arthrose oder Rheumaähnliche Erkrankungen sein. Gelenkspunktate der betroffenen Gelenke und/oder Röntgenbilder könnten da Aufschluss geben.
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