Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Tipp:Belohnungsleckerli öfter wechseln
Beim Gassigehen machen wir mit unserer Bodercollie-Hündin Josy auch immer einige Trainingseinheiten mit Rückruf und Grundkommandos. Nach jeder gut gemachten Einheit bekommt eine Belohnung. Dabei stellen wir fest, dass sie die nach einer Weile nicht mehr nimmt und auch unseren Kommandos nicht mehr ganz so eifrig folgt. Dann kamen wir auf die Idee, mal ein anderes Belohnungsleckerli einzusetzen. Und siehe da: Josy war wieder mit größtem Eifer bei der Sache, um ihren Belohnungsschnapp zu kassieren. Probiert's mal aus, wenn euer Hundi auf einmal auch lustlos bei der Sache ist...
Dipl.Tierpsychologe/Hunde
15.08.2008, 10:22
Wenn sie ein bestimmtes Verhalten seitens des Hundes Verstaerken wollen kann es durchaus sinnvoll sein die Kontrastbelohnung einzusetzen. Bitte denken sie aber daran, dass streicheln und Kontakt mit der Bezugsperson, ebenso als Verstaerker fungiert. Auch sollte nicht in Vergessenheit geraten, dass es ein intrinsisches Belohnungssystem gibt, die selbstbelohnende Taetigkeit, die Taetigkeit welche an sich befriedigt.
Grüezi Herr oder Frau dipl. Tierpsychologe
kann es sein, dass bei Ihrem Tipp vom Menschen abgeleitet wird?
Das würd möglicherweise heissen, dass Trainingsstunden enorm neu bedacht werden müssen.
Intrinische Motivation führt zu einem inneren Hochgefühl. Man hört, dass intrinisch motivierte Menschen sich völlig in ihrer Arbeit/Tätigkeit 'verlieren', alles um sich herum 'vergessen' und sehr auf sich bezogen, resp. konzentriert an ihrer Beschäftung sind.
Darf ich also davon ausgehen, dass wenn 'Hund' nach einer superguten Leistung sich selber intrinisch belohnt, wenn er als 'Lohn' stundenlang Mauslöcher ausbuddeln kann?
Wenn Sie hierzu andere Denkweisen haben bitt ich um möglichst einfach verständlich Erklärung, damit wir alle profitieren können. Vielen Dank.
Bis dann bleibe ich bei meiner Auffassung, dass Hundi gerne eine sofortige Belohnung erhält, wenn die Leistung gut war. Um diesen Lohn unterschiedlich im Geschmack geben zu können, mische ich winzige Belohnerlis verschiedener Geschmacksrichtungen zusammen. In kühlen Jahreszeiten auch winzige Käsestückli mit ebenso winzigen Wienerlistückli.
LG Ueli
Dipl.Tierpsychologe/Hunde
22.08.2008, 11:24
Nun es ist so dass es im Koerper, genauer im Gehirn einen Teil gibt welcher fuer Emotionen zustaendig ist, das Limbische-System, es befindet sich zwischen Stammhirn und dem Neocortex. Dieses System sorgt dafuer dass ein Verhalten in sich befriedigend wirkt, wenn also der Hund den Geruch einer Maus in der Nase hat (und die Nase ist das einzige Organ, welches direkt mit dem Limbischen-System verbunden ist) und nach dieser Maus im Erdreich buddelt, ist es fuer ihn eine befriedigung, so dass sie ihm dafuer keine zusatz Belohnung geben muessen.
Allerdings bedeutet dies nicht dass der Hund keine Streicheleinheiten braucht, denn das Zusammensein mit Freunden sorgt ebenfalls, in der Regel, fuer positive Stimmung und Entspannung (Sozial Support). Auch darf nicht vergessen werden dass Sitz und Platz Uebungen langweilig sein koennen und deswegen extrinsische Motivationen notwendig sein koennen, sie duerfen das Ganze aber auch optimieren indem sie zwischendurch mit dem Hund eine Uebung machen, die ihm Freude bereitet. Wenn sie daran denken, als Beispiel; 10prozent aller Jagden bei erfahrenen Woelfen sind vom Erfolg gekroent der Rest ist verschwendet, opportunistisch gedacht muesste dann die Jagd aufgegeben werden, es ist also so dass es etwas geben muss was mich dennoch motiviert etwas zu tun obwohl es auesserlich nicht viel bringt, z. B. Spielen; aeusserlich gesehen kostet Spielen Energie, fuehrt dazu dass das Individuum Nahrung zu sich nehmen muss welche wiederum angeschafft werden muss, waehrend des Spieles ist man unvorsichtig und wird daher leicht zur Beute fuer andere, dies koennte alles vermieden werden wuerde nicht gespielt, aber Spielen bereitet auf das Leben vor, ist eine gehemmte Lernplattform und fuer Saeugetiere essentiell, warum dann Spielen? Aus Freude, Spass und dies sind Emotionen welche im Gehirn entstehen, sehr richtig ist, das es beim Menschen gleich ist, der Mensch ist ein Saeugetier und deshalb sein Gehirn gleich aufgebaut wie bei Kuehen, Katzen, Hunden oder Schweinen, es sind alle Saeugetiere.
Was sie beschreiben, das sich verlieren in Raum und Zeit, nur der Sache gewidmet sein, wird Flow-Effekt genannt, der Fliess-Effekt. Im uebrigen sollte erwaehnt werden, nicht die Sache selbst, sondern die Taetigkeit bereitet Freude, ein Glas Wasser macht nicht froh, es zu trinken wenn ich durstig bin schon, der Ball an sich ist langweilig, auf ihm herumkauen und durch die Wohnung schieben ist toll. Und zum Schluss noch, es geht primaer darum dass sie als Bezugsperson des Hundes nicht bestaendig zu etwas locken, sondern der Hund von sich aus aktiv, initiativ werden soll, er soll eigendynamik entwickeln und die Selbstwirksamkeit erfahren so dass eine natuerlich gewachsene Selbstsicherheit entsteht und der Hund selbststaendig Probleme loesen kann, selbstverstaendlich sollten Rahmenbedingungen durch den Menschen definiert werden.
Hallo Dipl.Tierpsychologe/Hunde
Danke für die Erläuterungen.
Möglich, dass die Variante auch in Betracht gezogen werden kann. Da ich aber auch gern meinen Lohn erhalte, werde ich weiterhin 'konventionell' mit Belohnungen arbeiten.
Mein Hund befolgt MEINEN 'Befehl', weshalb er auch von MIR seinen Lohn für tolle Arbeit erhält.
Sich selber 'belohnen' darf er sich in seiner 'Freizeit'.....vielleicht vermenschlichtes denken, aber wir belohnen uns auch eher ausserhalb des Arbeitsplatzes.
Grüsse Ueli
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