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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Schmerzen nach Kastration?


cede
09.03.2009, 16:57
Hallo Frau Ritter

Vor drei Wochen wurde meine ca. 3jährige Katze kastriert. Seither schreit und knurrt sie nur noch.

Wenn sie aufs Klo geht schreit sie und wenn sie dick muss, klemmt sie den Schwanz an und trägt immer einen Teil Kot mit nach draussen, dort leckt sie sich intensiv den Po.
Auch wenn sie ganz normal herum sitzt beginnt sie plötzlich zu schreien, dabei verkrampft sie den ganzen Hinterleib. Ansonsten knurrt sie sehr tief wenn sie herum liegt.
Von aussen ist nichts zu sehen, sie reagiert auch nicht auf abtasten, man findet keine schmerzende Stelle.

Letzte Woche war ich noch einmal beim TA, der gab ihr eine Schmerz spritze und meinte ich soll noch zwei Wochen warten, dann sähen wir weiter.

Nun meine Fragen: Was kann bei einer Kastration schief gehen, wie findet man die Ursache? Sieht man etwas mit Ultraschall oder Röntgen?

Vielen Dank für Ihre Hilfe und
freundliche Grüsse

Dr. Chantal Ritter
12.03.2009, 12:42
Bei der Kastration eines Weibchens die Katze in Narkose gelegt. Anschliessend wird sie wird in der Regel ausgebunden und der Operationstisch etwas gekippt (es gibt auch andere Operationstechniken) . Durch diese Position hat der Chirurge, da die Därme nach vorne rutschen, genügend freien Raum, um mit einem Häkchen die Ovarien (Eierstöcke) herauszuholen, abzubinden und herauszuschneiden. Danach wird die ca. einen Zentimeter lange Wunde doppel- oder dreischichtig vernäht und die Katze wieder geweckt.

Aus der Ferne ist es schwierig zu beurteilen, wo und weshalb ihre Katze Schmerzen hat. Sicher ist jedoch, dass das beschriebene Verhalten nach einer Kastration nicht normal ist!

Bei Ihrer Katze könnte beispielsweise durch das Ausbinden auf dem Tisch eine stumme Hüftarthrose oder ein Kreuzproblem aufgefrischt worden sein. Dies könnte den eingekniffenen Schwanz und das Knurren beim Liegen erklären. Zur genauen Abklärung war da ein Röntgenbild hilfreich. Allerdings sind z.B. Bandscheibenvorfälle nur im Kontraströntgen oder CT ersichtlich.

Entzündungen im Darm, Blasen etc. der Weichteile sollten nach so langer Zeit entweder besser oder massiv schlechter geworden sein. Aufschluss darüber gäben ein Ultraschall und eine Untersuchung des Blutes.

Schliesslich könnte ein anderes „stummes“ Problem zufälligerweise ans Tageslicht getreten sein. Proktitis, Dickdarmprobleme oder Analbeutelentzündungen könnten durchaus ähnliche Symptome hervorrufen. Das würde dann auch das Afterlecken und das Schwanzkneifen erklären.

Eine genaue Abklärung scheint mir deshalb unerlässlich zu sein. Sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt darüber.