Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Epilepsie
Meine 10 Monate alte DS-Hündin hat Epilepsie. Sie erhält seit drei Wochen zwei Mal täglich 100 mg Phenobarbitalum und hat seither keine "Grands Mals" mehr gehabt. Aber sie hat jeden Tag ein bis zwei Aussetzer, d.h. starrer Blick und Speichelfluss, so eine Art Panickattacke. Das dauert jeweils so ca. 3 Sekunden. Ich bin völlig mit den Nerven am Ende, denn ich traue mir keinen Moment mehr sie allein zu lassen und beobachte sie ständig.
Wer hat Erfahrung mit dieser Krankheit und gibt mir Tipps für den Umgang mit meinem so geliebten Hund (wie viel Bewegung, Spielen mit andern Hunden, Beschäftigung etc.)
Dipl.Tierpsychologe/Hunde
21.10.2009, 10:33
http://www.epilepsie-beim-hund.de/
Hallo
Mein früherer Hund hatte auch Epilepsie. Allerdings fing es bei ihm erst mit 2 Jahren an und auch er hatte Grands mals, jedoch nicht ererbt, sondern nach einem Unfall (mit Kopf in einen Weidepfosten gerannt). Er war nach den Anfällen immer stundenlang bewusstlos.
Dein Hund ist noch sehr jung und es kann sein, dass nach der Wachstumsphase die Anfälle weniger stark werden. Was den Auslauf und die Beschäftigung anbelangt, so würde ich ihn nicht einschränken. Es hat keinen Einfluss auf die Anfälle! Hingegen hat die Ernährung einen grossen Einfluss. Achte darauf, Deinen Hund komplett getreidefrei zu ernähren. Falls Du nicht auf Trockenfutter verzichten willst, dann wähle ein Trockenfutter ohne Getreide (das gibt es, aber ich will hier keine Werbung machen, einfach googeln). Eine Alternative wäre das Barfen (Rohernährung). Ich habe meinen früheren Hund deshalb auf Barf umgestellt.
Falls Du Barfen willst, gib Deinem Hund kein Rosmarin, dies sollen Epi-Hunde nicht bekommen.
Bis die Medikamente voll wirken, kann es 4-6 Wochen dauern. Dass Dein Hund jetzt schon keine Grands Mals mehr hat, ist ein gutes Zeichen. Evt. gehen auch die kurzen Attacken noch weg. Falls nicht: je weniger Stress DU damit hast, desto besser! Stress verschlimmert für Deine Hündin die Situation und Stress kann auch Epi-Anfälle auslösen!!! Also geh am besten ganz normal mit ihr um und versuche damit zu leben. Ein Hund kann trotz Epi alt werden.
Alles Gute.
Liebe Grüsse
Marianne
Marianne,
vielen Dank für deine Antwort - ich bin wirklich für jeden Tipp dankbar! Der TA im Tierspital Zürich hat mir auch gesagt, es könnte sich eventuell "herauswachsen". Du hast mir wieder einwenig Zuversicht gegeben. Mit dem Auslauf hast du vollkommen recht, es ist nämlich bis jetzt nie etwas auf dem Spaziergang passiert, sondern immer zu Hause wenn alles ruhig ist, also auch nicht wenn Besuch kommt oder so. Ich habe das Gefühl als wenn ein Lichtwechsel stattfindet, also z.B. plötzlich die Sonne hinein scheint, dass das bei ihr diese Panikattacken auslöst. Also auf jeden Fall auf Geräusche reagiert sie überhaupt nicht. Wenn es knallt oder scheppert macht ihr das gar nichts, aber wenn sie etwas sieht, was übrigens nur sie sieht, dann kommen diese Attacken. Kann es etwas mit ihren Augen sein?
Betreffend Futter habe ich vor 3 Wochen auf getreidefreies Trockenfutter umgestellt, aber ich habe jetzt gerade gesehen dass da Rosmarinextrakt drin ist (?)
Auf jeden Fall vielen Dank
Evelyn
Marianne,
vielen Dank für deine Antwort - ich bin wirklich für jeden Tipp dankbar! Der TA im Tierspital Zürich hat mir auch gesagt, es könnte sich eventuell "herauswachsen". Du hast mir wieder einwenig Zuversicht gegeben. Mit dem Auslauf hast du vollkommen recht, es ist nämlich bis jetzt nie etwas auf dem Spaziergang passiert, sondern immer zu Hause wenn alles ruhig ist, also auch nicht wenn Besuch kommt oder so. Ich habe das Gefühl als wenn ein Lichtwechsel stattfindet, also z.B. plötzlich die Sonne hinein scheint, dass das bei ihr diese Panikattacken auslöst. Also auf jeden Fall auf Geräusche reagiert sie überhaupt nicht. Wenn es knallt oder scheppert macht ihr das gar nichts, aber wenn sie etwas sieht, was übrigens nur sie sieht, dann kommen diese Attacken. Kann es etwas mit ihren Augen sein?
Betreffend Futter habe ich vor 3 Wochen auf getreidefreies Trockenfutter umgestellt, aber ich habe jetzt gerade gesehen dass da Rosmarinextrakt drin ist (?)
Auf jeden Fall vielen Dank
Evelyn
Dipl.Tierpsychologe/Hunde
22.10.2009, 16:16
Ich habe das Gefühl als wenn ein Lichtwechsel stattfindet, also z.B. plötzlich die Sonne hinein scheint, dass das bei ihr diese Panikattacken auslöst.
http://www.premier.com/View.aspx?page=dogs/products/behavior/other
dann wäre es überlegenswert, in kooperation mit einem verhaltensberater, ein calming cap zu versuchen. es mildert die optischen reize. eigentlich eingesetzt bei hunden die mit angstreaktion agieren bei optischen reizen auf weite entfernung. es ähnelt einem fliegenschutz bei den pferden....
Hallo Evelyn
Ich weiss nur von Menschen, dass optische Reize (z.B. Blinkende Lichter, schnell wechselnde Lichtverhältnisse Sonne/Schatten, wenn man im Wald läuft und die Sonne zwischen den Ästen durchscheint) Epi-Anfälle auslösen können und darum denke ich, dass dies bei Hunden sicher auch so sein kann! Wenn Du also das Gefühl hast, dass sie auf solche Reize reagiert, dann würde ich darauf achten, dass Du diese meidest! Gerade wenn die Sonne scheint und Du evt. im Wald läufst, kauere Dich immer wieder mal auf ihre Höhe und guck, ob und wie sich die Lichtverhältnisse verändern und vor allem wie rasch! Meist sind schnell ändernde das Problem!
Im "Natural Dog Food" Buch steht, dass man Rosmarin bei Epi-Hunden meiden soll. Falls Du also auf ein getreidefreies Trofu ohne Rosmarinpulver umsteigen könntest, wäre das sicher besser.
Ich habe schon öfters gehört, dass es gerade bei Hunden, die sehr jung schon an Epilepsie erkranken, nach abgeschlossener Wachstumsphase und wenn der Hormonschub fertig ist oft zu einer Besserung kommt. Ich drück Dir die Daumen!
Übrigens haben wir unseren damaligen Hund auch im Tierspital ZH abklären lassen.
Liebe Grüsse
Marianne
ich danke euch vielmals für eure Antworten. Wir waren heute wieder im Tierspital ZH und eine Tierärztin hat mir gesagt, dass sie bei ihrem eigenen Hund die Epilepsie mit Akupunktur weggebracht hat. Was meint ihr dazu?
Liebe Grüsse Evelyn
Dipl.Tierpsychologe/Hunde
23.10.2009, 14:48
http://www.hunde-epilepsie.ch/Therapie.htm
ist das was??
ich danke euch vielmals für eure Antworten. Wir waren heute wieder im Tierspital ZH und eine Tierärztin hat mir gesagt, dass sie bei ihrem eigenen Hund die Epilepsie mit Akupunktur weggebracht hat. Was meint ihr dazu?
Liebe Grüsse Evelyn
Hallo Evelyn
Ich hab mich mit dem Thema natürlich ziemlich beschäftigt und nachdem, was ich darüber gelesen habe, tritt ererbte Epi bei Hunden in den ersten 2 Lebensjahren auf. Eine ererbte Epi wird man kaum mit Akupunktur wegbekommen! Falls die Hündin aber darauf anspricht, kannst Du die Symptome lindern resp. evt. werden die Anfälle schwächer. Aber ich würde auf die Medikamente nicht verzichten!
Falls Deine Hündin längere Zeit (mind. 2 Jahre) keine Anfälle mehr hatte, kannst Du die Medis ganz langsam ausschleichen (auf keinen Fall einfach absetzen!!!). Mit Glück braucht sie erst im Alter wieder Medikamente. Das weiss man aber nie vorher... Genau wie bei uns Menschen reagiert jeder Hund individuell. Der eine braucht lebenslang Medis, der andere nicht.
Eine erworbene Epi kann man mit Akupunktur evt. schon wegbekommen. Aber da Deine Hündin die Epi mit 10 Monaten bekommen hat, denke ich, dass es bei ihr eine ererbte ist...
Liebe Grüsse
Marianne
Ja, danke, das habe ich auch schon eingehend studiert und gesehen, dass Akupunktur dort nichts gebracht hat. Wir probieren es jetzt trotzdem.
Danke, Marianne - ich habe für Montag einen Termin bei einer auf Akupunktur spezialisierten Tierärztin. Sie sagte mir auch, dass die Epi mit Akupunktur nicht geheilt werden kann, aber ein Versuch lohnt sich, denn es kann die Symptome lindern, genau so wie du es gesagt hast.
Selbstverständlich werden wir die Medis vorläufig nicht verringern und schon gar nicht absetzen, dafür ist es auf jeden Fall zu früh.
In einem Punkt weiss ich nicht ob du Recht hast; aus all den Dokumentationen die ich bis jetzt gelesen habe ist Epilepsie, die bei einem Hund im ersten Lebensjahr schon auftritt nicht vererbt, sondern erworben(?) Auch mein TA ist dieser Meinung und vermutet eher eine Vergiftung, daher ist er zuversichtlich dass es sich "herauswachsen" könnte.
Unter
www.leveste.de/dalmaweb/epilepsie1.htm
gibt es eine Liste "Ursachen der Epilepsie und Altersgruppen".
Liebe Grüsse und ein schönes Wochenende,
Evelyn
Dr. Chantal Ritter
28.10.2009, 19:30
Erbliche Epilepsie kann erstmals bis zu einem Alter von 6 Jahren auftreten. Leider sind mir auch Welpen mit erblicher Epilepsie untergekommen. Generell jüngere von der erblichen Epilepsie auszuschliessen wäre nicht ganz richtig. Bis die Medikamente wirken und der Hund nicht mehr so müde ist, können 2 bis 3 Monate vergehen. Solange müssen Sie also Geduld haben.
Sollten die "petits mal" nicht verschwinden, so könnten Sie nebst Homöopathie oder Akupunktur (unter www.stvah.ch sind die darauf spezialisierten Tierärzte in Ihrer Nähe) auch durchblutungsfördernde Medikamente wie zB "Karsivan" geben. Diese lindern oft die restlichen Anfälle.
Sprechen sie mit dem Zuchtverband Ihrer Rasse darüber, denn viele Zuchtvereine versuchen die Epilepsie wegzuzüchten und sind froh um Informationen.
Klassische Musik, insbesondere Mozart gilt ebenfalls als Epilepsie-mildernd, wobei Hip Hop sogar Anfälle auslösen kann. Meiden Sie also laute, moderne Musik (zB beim Autofahren).
Auch könnte die Läufigkeit einen Einfluss ausüben. führen Sie bitte genau Buch über Läufigkeit und Anfälle, um in Ihrem Fall einen Zusammenhang zu finden.
Das ausschleichen der Medikamente nach einer gewissen Zeit hat bei meinen Patienten leider, bis auf einen, nie geholfen. Früher oder später machten alle wieder Anfälle, hingegen hat ein gut eingestellter Hund (regelmässige Tabletteneingabe, regelmässige Blutkontrollen) ein so normales Leben wie andere Hunde auch.
Viel Mut mit ihrem geliebten Vierbeiner!
Sehr geehrte Frau Dr. Ritter,
vielen Dank für Ihren Beitrag.
Betreffend Läufigkeit: unsere Hündin ist bereits kastriert (frühkastriert). Die Anfälle haben effektiv erstmals in der Woche nach der Kastration angefangen.
"Karsivan" habe ich gleich heute bei meinem Tierarzt geholt und ich denke dass das eventuell helfen könnte die Petits Mal zu verringern.
Akupunktur haben wir am Montag gemacht und haben wieder einen Termin am nächsten Montag. Die Hündin war am Montag anfallsfrei, aber seit Dienstag sind die kleinen (2-3 Sekunden) Aussetzer wieder immer häufiger gekommen, heute ca. alle 4 Stunden.
Wir hoffen weiter!
Wir haben also am Montag vor einer Woche die erste Akupunktur gemacht, am Tag danach hatte sie keine "Aussetzer". Dann haben wir das "Karsivan" ausprobiert, aber damit wurden die Ausfälle sehr viel schlimmer, also haben wir gleich wieder das Medikament abgesetzt. Die Hündin hat zwar keine Grands Mal mehr, aber 4-5 Mal tägliche Aussetzer, d.h. plötzlich starrer Blick, eine Art Panik. Wir können sie mit Spielzeug ablenken, und dann geht das Ganze in 2 Sekunden vorbei und sie weiss dann nichts mehr davon (so scheint es mir). Gestern waren wir wieder in der Akupunktur und heute hat sie erst eine ganz kleine Panikattacke gehabt. Ausserdem wurde ihr heute Blut genommen um zu sehen ob ev. das Phenobarbital etwas erhöht werden soll.
Soviel für heute, wir melden uns wieder.
Viele Grüsse,
Evelyn
donnaroma
08.11.2009, 16:27
Hallo Evelyn
Wie geht es denn Deinem Hund inzwischen???
Ich hoffe natürlich das Beste und will Dir aber trotzdem mitteilen, dass ich aus eigener Erfahrung davon überzeugt bin, dass ein guter homöopathischer Tierarzt helfen könnte, die Epilepsie zu heilen. Ich habe selbst vor einigen Jahren diesbezüglich ein Wunder erleben dürfen! Hund, 4-jährig, unheilbar krank und noch eine Lebenserwartung von 6-8 Monaten! Ich gebe Dir gerne persönlich die Adresse des Tierarztes an, der meinem Allerliebsten ein zweites, völlig gesundes Leben schenken konnte.
Herzlichst Donnaroma
Wir haben seit gestern die Phenobarbitalum-Dosis auf 2 x 150 mg erhöht, aber sie hat auch heute den ganzen Tag über Aussetzer; der Kopf beginnt zu zittern, starrer Blick, und dann rennt sie ein paar Sekunden lang gegen die Wand oder gegen Möbel und speichelt. Ausserdem sind laut dem neuesten Blutbild die Nierenwerte (Harnstoff und Phosphat) erhöht. Kann das von den Medis sein oder vom Futter (wir füttern Orijen getreidefrei, aber es hat sehr viel Protein)?
Donnaroma: ich werde mich bei dir melden, vielen Dank für die Idee!
Euch allen viele Grüsse
Evelyn
Wir haben die Phenobarbitalum-Dosis diese Woche auf 300 mg täglich erhöht, und dazu hat sie noch Kaliumbromid bekommen. Trotzdem fiel sie letzte Nacht von einem Grand Mal ins andere. Es war schrecklich.
Jetzt ist meine Allerliebste in der Tierklinik im künstlichen Koma.
Ich hoffe so sehr, dass sie "gesund" wird.
donnaroma
12.11.2009, 17:13
Gottogott Evelyn, das muss ja schrecklich sein für Euch alle Beide!
Ich hoffe ganz fest mit Dir, dass Deine Liebste das überlebt. So schrecklich es tönt, aber es zeigt auch irgendwie, dass Chemie allein das Problem nicht lösen kann...
Ich hoffe auch ganz fest, dass es noch nicht zu spät ist für Hilfe... ich kann Dir soooo nachfühlen, die ganze Angst... die Verzweiflung...
Seufz... Donnaroma
Mit ganz schwerem Herzen teile ich euch mit, dass meine Prinzessin heute Morgen eingeschläfert werden musste. Sie war ja seit Donnerstag in der Tierklinik und sie haben dort wirklich alles getan um ihr zu helfen, aber sie hat auf die Medikamente überhaupt nicht angesprochen. Nur noch in Vollnarkose war sie anfallsfrei, aber im Wachzustand fiel sie von einem Anfall in den anderen. Sie bekam zum Schluss Phenobarbital, Kaliumbromid und Keppra, aber ohne Wirkung. Wir sind jetzt sehr traurig, aber sie ist sicher glücklich da wo sie jetzt ist. Sie wäre in zwei Wochen 1-jährig geworden.
Zu ihrer Epilepsie muss ich euch noch sagen, dass sie einen angeborenen Herzfehler und im Oktober eine Herzoperation hatte. Die Tierärzte gehen davon aus, dass ihr Hirn aufgrund dieses Herzfehlers manchmal keinen Sauerstoff bekam und dies die Epilepsie ausgelöst hat.
Ich wünsche euch und euern Vierbeinern alles Gute,
Evelyn
donnaroma
16.11.2009, 16:14
Liebe Everlyn
Danke Dir, dass Du die Zeit, den Mut und die Kraft hattest, uns zu informieren. Wir teilen Deinen Schmerz aber auch die Überzeugung, dass Deine Prinzessin es jetzt besser hat als in der kurzen Zeit, die sie auf Erden weilte.
Ich wünsche Dir von Herzen alles Liebe Donnaroma
Dr. Chantal Ritter
18.11.2009, 17:29
Es tut mir leid dies zu lesen. Viel Kraft in so einem erzwungenen Hundelosen Haushalt.
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