Sehr geehrte Frau Ritter,
Im September 2007 haben wir ein Büsi (ca. 8 Wochen alt) in schlechtem Zustand erhalten. Hatte Flöhe, Läuse, Würmer und war stark erkältet. Sofort brachten wir die Katze zum Tierarzt.... . Seither verabreichten wir der Katze 4 - 5 mal Antibiotika; Das letzte Mal für 1 Monat, weil der Schnupfen nicht aufhörte nach der Medikamenteinnahme. Ebenfalls wurde die Katze geimpft. Wir haben auch längere Zeit »Schnupfchügeli« gegeben.
Nun ist es eine Woche her, seit wir das Langzeitantibiotika abgesetzt haben. Nun fängt sie schon wieder an zu niessen mit eitrigem Auswurf.
Wir lieben die Katze sehr und würden uns freuen, wenn Sie uns weiterhelfen könnten.
Dr. Chantal Ritter
23.07.2008, 16:48
Das Kätzchen ist sicher froh, dass sie Ihm das Leben gerettet haben. Offensichtlich war es jedoch so schwer krankt, dass trotz Ihres Engagements gewisse gesundheitliche Beeinträchtigungen zurückblieben.
So wie Sie die gegenwärtige Situation beschreiben, handelt es sich wahrscheinlich eher um den sogenannten „Katzenschnupfen“, als um eine „gewöhnliche“ Erkältung.
Der Katzenschnupfen ist eine Infektion mit ca. zwei verschiedenen Viren und ca. drei verschiedenen Bakterienarten. Je nach dem welche Viren und Bakterien gerade aktiv sind, geht es der Katze mehr oder weniger gut. Der Katzenschnupfen ist chronisch und in der Regel unheilbar. Deswegen empfehlen Tierärzte im Normalfall, gesunde Katzen rechtzeitig zu impfen.
Es gibt verschiedene therapeutische Ansätze:
-Bekämpfen der Bakterien in der Hoffnung, die Katze kommt selbst mehr oder weniger mit den Viren zurecht
-Bekämpfen der Viren
-Stärken des Immunsystems
Bei der Bekämpfung der Bakterien erschweren Resistenzen (Bakterien reagieren auf bestimmte Antibiotika nicht mehr) und vernarbte anfällige Nasenschleimhäute eine Genesung.
Bei der Bekämpfung der Viren - z.B. mittels Katzenschnupfenserum - erschweren die bakterielle Begleitentzündung und die gereizten Schleimhäute die Genesung. Auch kommen solche Viren (ähnlich unseren Fieberbläschen) immer wieder bei Stress hervor.
Das Immunsystem kann mittels Interferon angekurbelt werden. Diese Spritzen sind aber sehr teuer und in der Fachwelt umstritten, da sie leider nicht immer voll wirksam sind.
Auch sollten Begleiterkrankungen ausgeschlossen werden (FIP, Leukose), da diese das Immunsystem zusätzlich schwächen.
Häufig aber müssen Katze und Besitzer lernen, mit dem Schnupfen zu leben. Inhalationen (Katze beim Baden wegen der feuchten Luft mit ins Badezimmer nehmen), immer wieder Antibiotikakuren, schleimlösende Mittel etc. können helfen, die immer wiederkehrenden Rückfälle zu mildern. Auch die Komplementärmedizin kann in Einzelfällen sinnvoll sein. Nasentropfen haben sich leider nicht bewährt, da die Katzen sie nicht tolerieren. Da Stress bekanntlich ebenfalls zu Rückfällen führen kann, ist ein möglichst ruhiges stressfreies, Leben angezeigt.
Besprechen Sie bitte das weitere Vorgehen auf jeden Fall mit Ihrem Tierarzt.
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