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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Harndrang


Fatzer_Coni
23.07.2008, 10:20
Liebe Frau Ritter
Wir haben seit Januar eine Hündin, Lili (2Jahre Schwester zu unserem Rüden, Max) übernommen. Sie war 1 Jahr lang bei einem Ehepaar mit Hund und musste ca 18std von 24std in einer Transportbox leben. Sie haben die Hüdin zurück gegeben weil sie täglich Pfützen hinterlässt. Bei uns hat sie sich gut eingelebt, sit super Lieb auch zu ihrem Bruder, doch hat sie wieder angefangen immer in die Küche zu pinkeln obwohl wir regelmässig mit ihr ins Freie gehen und sie auch dort ihr Geschäft verrichtet und danach verkricht sie sich immer unter das nächste Bett und hat ein schlechtes gewissen. Sie wurde aber bereits auf Herz und Nieren untersucht und Körperlich ist alles in Ordnung.( Sie ist geschnitten)

Vielen Danke für Ihre Antwort.

Fatzer_Coni

Dr. Chantal Ritter
24.07.2008, 12:28
Ich gehe davon aus, dass das Harnträufeln – ein verbreitetes medizinische Problem bei kastrierten Hündinnen – ausgeschlossen werden kann, da Sie bereits bei einem Tierarzt waren. Ich nehme deshalb an, dass es sich im vorliegenden Fall um ein Verhaltensmuster handelt, das sich aufgrund der Erfahrungen bei den Vorbesitzern stark gefestigt hat. Denn wenn die Hündin tatsächlich über die geschilderte Zeitdauer in einer Box eingesperrt wurde, so blieb ihr wahrscheinlich gar nichts anderes übrig, als sich auf ihrem Plätzchen zu versäubern. Gehen wir ausserdem davon aus, dass ihr seit dem Welpenalter die notwendige Portion Beachtung und Zuwendung im Normalfall versagt blieb, die Besitzer sich jedoch sofort – zwar wahrscheinlich schimpfend und bestrafend – um sie kümmerten, wenn sie in der Wohnung urinierte, so kann man von einer negativen Konditionierung sprechen (ich uriniere in der Wohnung – dann kümmert man sich um mich). Das Verkriechen ist vermutlich ebenfalls anerzogen: Uringeruch + Hundebesitzer = Haue. Diese einfache Rechnung hat Ihre Hündin gelernt und verzieht sich deshalb vorsorglich. Es ist KEIN schlechtes Gewissen!

Sie müssen vermutlich mit dem Sauberkeitstraining nochmals von vorne beginnen. Sie werden mehr Geduld und mehr Zeit als bei einem Welpen investieren müssen, da Sie unerwünschte Verhaltensmuster „wegtrainieren“ müssen. Dabei sollten Sie keinen der bekannten Schritte auslassen: zu Beginn alle zwei Stunden einen kurzen Spaziergang unternehmen, jedes Mal loben, wenn sich die Hündin draussen versäubert, wenn ein Malheur in der Küche passiert, sich während des Aufwischens nicht um die Hündin kümmern (keine Zuwendung), sie dann von der Haustüre aus rufen und sofort mit ihr zum Versäuberungsplatz gehen, loben, loben, loben…

Sollten Sie keinen Erfolg haben, so kontaktieren Sie bitte einen erfahrenen Hundetrainer oder fragen sie Ihren Tierarzt, wer in Ihrer Nähe dafür in Frage kommt.