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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wautzi riecht aus der Analdrüse


Tara
24.07.2008, 10:52
Liebe Frau Dr. Ritter,
ich war mit meiner Josy nun zum zweiten Mal innerhalb von zwei Wochen beim Tierarzt, um die Analdrüse auszudrücken zu lassen. Am Wochenende haben wir sie gebadet und entwurmt ist sie auch. Trotzdem stinkt es noch immer unangenehm nach Fisch aus der Analdrüse. Zu sehen ist da hinten nix Auffälliges, Wautzi rutscht auch nicht auf dem Popo, er schnüffelt nur ab und zu an seinem Hinterteil und frisst häufiger Gras. Wir haben unsere Hündin nun auf Anraten eines Freundes auf Trockenfutter (Kroketten, keine Flocken) umgestellt und der Geruch lässt nach. Kann es etwa am Dosenfutter (wir habe bisher problemlos Rinti gefüttert) liegen?

Dr. Chantal Ritter
28.07.2008, 13:00
Die meisten Raubtiere besitzen in der Afterregion zwei Analdrüsen. Das darin enthaltene Sekret ist ein Individualgeruch und dient dazu, als „Visitenkarte“ Kot zu markieren. Einzelne Tierarten versuchen auch bei Gefahr damit (Stinktiere sind speziell bekannt dafür), den Gegner geruchlich zu irritieren. Nun gibt es Hunde, die ihre Analdrüse nicht nur bei Angst, sondern auch im Schlaf entleeren. Das können dann vor allem frühmorgens bzw. nach Siesta Ihre Vierbeiners riechen.

Analdrüsen können sich entzünden, was zu schmerzhaften Abszessen in der Analregion führen kann. Übervolle Analdrüsen können Rötung, Juckreiz und ständigen „fischigen“ Geruch in der Analgegend auslösen. Ähnliche Gerüche (evtl. mit Analdrüsenproblemen kombiniert) können beispielsweise aber auch durch allergische Reaktionen oder übermässige Talgabsonderung über die Haut hervorgerufen werden. Auch kann eine bestehende Entzündung trotz manuell entleerter Analdrüsen eine Zeit lang weiterbestehen.

Riecht Ihr Hund in dieser Körperpartie weiterhin unangenehm, so sollten Sie mit Ihrem Tierarzt Kontakt aufnehmen. Die Behandlung ist abhängig von der Diagnose vor Ort. Ihr Tierarzt kann Ihnen beispielsweise ein desinfizierendes Shampoo für die Analgegend, hautunterstützende Futterzusätze, evtl. eine Spülung dieser Drüsen mit Medikamenten oder anderes empfehlen. Komplementärmedizinisch könnten Sie beispielsweise versuchen, die Drüsentätigkeit mit „Ginko“-Extrakten in Ihrem Sinne zu beeinflussen.