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  #1  
Old 01.02.2013, 14:54
susanne_reininger susanne_reininger ist offline
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Datum eingeben: 10.09.2008
Beitrge: 83
susanne_reininger befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Idee Auf 4 Pfoten in den Himmel

Fr immer Abschied nehmen vom geliebten Vierbeiner. Das ist einer schwierigsten Momente fr Frauchen und Herrchen. Doch mit dem Verlust um das treue Bsi oder Hundi stellen sich auch wichtige Fragen: Was passiert eigentlich mit meinem Tier? Kann ich das Wesen, das mir so ans Herz gewachsen ist, wrdevoll bestatten? Wie und wo geht das berhaupt? Darber sollte man sich rechtzeitig Gedanken machen, auch wenn die Beerdigung von Hund und Katz' meist noch immer ein Tabuthema in der Schweiz ist. Im ersten Teil der Artikelreihe "Auf vier Pfoten in den Himmel" stelle ich den ersten Tierfriedhof der Schweiz vor, im nchsten Artikel folgen hilfreiche Adressen und Tipps.

Ein echtes Tier-Paradies
Ein buntes Windrad dreht sich flsternd. Daneben ein kleiner Teich, der ringsum mit Seerosen bewachsen ist. Kieswege schlngeln sich durch die grne Oase am Wisenberg, in der es im Sommer so herrlich duftet. Denn berall wachsen ppige Rosenstcke in allen Formen, Farben und Grssen. Das traumhaft schne Idyll, in dem Marlies Mrgeli arbeitet, ist buchstblich ein Paradies: Hier finden Heimtiere ihre letzte Ruhe. Wer genau hinsieht, entdeckt ovale Holzschildchen, die in kleinen, mit Blumen bepflanzten Beeten stecken: Charlie Brown, Lumpi, Samba, Pixi und viele weitere Vierbeiner ruhen hier. Der Tierfriedhof am Wisenberg, einer ehemaligen Industriebrache, ist zugleich der grsste Rosengarten in der Region um Lufelfingen in Basel-Land. In dem kleinen Biotop, das die Mrgelis in tausenden von Arbeitsstunden geschaffen haben, finden inzwischen auch seltene Tierarten wie die Geburtshelferkrte und kleine Eidechsen ein geschtztes Zuhause. In diesem Stckchen Natur sind der Tod und das neue Leben ganz nah beieinander, beschreibt Marlies Mrgeli ihr Lebenswerk. Vor fast zwlf Jahren hat sie mit ihrem Mann Urs den ersten Tierfriedhof in der Schweiz gegrndet.

"Dankeschn fr eine schne Zeit"

Zwei Jahre lang dauerte die Vorarbeit, dabei haben wir uns auch den ltesten Tierfriedhof der Welt in Paris angesehen und Dutzende in Deutschland, wo es schon lange Tierfriedhfe gibt, erzhlt Mrgeli. Der Tod ihres eigenen Hundes brachte die Baselerin und den Zricher auf die ungewhnliche Idee: Als unser Seppli im Jahr 2001 starb, stand fr uns fest, dass er wird nicht einfach zusammen mit gefhrlichen tierischen Abfllen geschreddert, gekocht und zu Tiermehl verarbeitet wird. Wir wollten ihn auch nicht kremieren, sondern an einem schnen Ort beisetzen, erinnert sie sich und ergnzt: immerhin war Seppli 15 Jahre lang Mitglied unserer Familie, mit ihm haben wir stundenlange Wanderungen im Wallis und im Berner Oberland gemacht. So bekam der kleine Yorkshire einen Ehrenplatz mit einem kleinem Denkmal - als Dankeschn fr eine schne Zeit.

Im Krbchen oder im Sarg

Mittlerweile ruhen rund 1000 Vierbeiner in der Nachbarschaft von Seppli. Drei Viertel davon sind Bsis, gefolgt von Hunden und Kleintieren wie Frettchen und Kaninchen; sogar ein Schweinchen und ein Pony sind dabei. Von unseren rund 100 Beerdigungen im Jahr wnschen die Tierhalter zu 98 Prozent eine Erdbestattung, berichtet Marlies Mrgeli. In einem Einfachgrab wird der kleine Liebling zur letzten Ruhe in sein Krbchen oder seine Lieblingsdecke gebettet. Ein solches Grab kostet fr Hunde je nach Grsse zwischen 470 und 1.010 Franken, inklusive Holzschild und drei Jahre Miete fr die Grabsttte. Die Preisliste auf der Website weist keine Gewichtsklassen aus: Bei uns gibt es keine Angaben in Kilogramm, da geht es doch um ein Hundi oder Bsi und nicht um ein Stck Fleisch wie beim Metzger, betont die Tierbestatterin. Bei einem Exklusivgrab wird das Tier in einem Holzsarg beigesetzt. Auf dem Wisenberg gibt es auch Anonym- und Urnengrber.

Auch Grber fr Herrchen und Hund
Sogar drei Mensch- und Tier-Grber sind im Paradies von Mrgelis zu finden bislang eine Einzigartigkeit in der Schweiz. Es gibt Menschen, die sich eine naturnahe, freie Art der Bestattung wnschen, weiss Marlis Mrgeli. Das seien meist Menschen, die sich mit dem Tabu-Thema Tod auseinander gesetzt htten. Dank der liberalen Gesetzgebung in der Schweiz sei dies - im Gegensatz zum Nachbarn Deutschland hierzulande auch mglich. Man kann zu Lebzeiten bestimmen, wo die Asche einmal beigesetzt werden soll: auf dem ffentlichen Friedhof, im eigenen Garten, in einem Friedwald oder eben auf unserem Tierfriedhof in Lufelfingen - zusammen mit seinen geliebten Vierbeinern, informiert sie. Ein Platz, den man sich schon zu Lebzeiten aussuchen und reservieren kann, ist ab 4.900 Franken zu haben.

Bewusst Abschied nehmen ist wichtig

Die Mrgelis tragen aber nicht nur Sorge fr ihren Friedhof, sondern begleiten Herrchen oder Frauchen auf Wunsch auch zum Tierarzt, wenn der letzte Gang ihres Vierbeiners bevorsteht, und organisieren die gesamte Bestattung. Wer noch einmal in Ruhe Abschied von seinem Tier nehmen will, kann das in einem kleinen Trauerraum tun, in dem das Heimtier aufgebahrt wird. Sich auf diesem Weg zu verabschieden, ist vor allem fr Kinder und Jugendliche wichtig, fr die das Tier ein wichtiger Begleiter in der Kindheit und Jugend war, betont Marlies und fgt hinzu: Kleine Rituale, wie zum Beispiel einen Brief zu schreiben oder ein Bild zu malen, das man dem Tier ins Krbchen legt, erleichtern die Trauer.

Ein Ort der Trauer und der Begegnung

Wer mag, kann anschliessend im liebevoll eingerichteten Kaffeestbchen verweilen, einer ehemaligen Transformatoren-Station, bevor er sich auf dem Rckweg macht in einen anderen Schweizer Kanton, nach Deutschland oder nach Frankreich. Viele der Herrchen und Frauchen, die fr ihren Liebling ein Grab am Wisenberg haben, kommen oft und gerne wieder, lernen dort andere Tierbesitzer kennen und kommen ins Gesprch. So ist der erste Tierfriedhof der Schweiz auch ein Ort der Begegnung, an dem auch Hunde herumtollen drfen.

Mehr ber den Tierfriedhof am Wisenberg gibt es unter www.tier-friedhof.ch.
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